Seelische Verbindung

 

Oft stelle ich fest, dass viele Menschen ihre Hunde nicht „lesen“ können. Was bedeutet das?

Wenn ich morgens in die Augen meiner Hunde schaue, sehe ich, ob sie einen guten oder einen schlechten Tag haben. Diese Beobachtung wird umso wichtiger, je älter der Hund ist.

Bekanntlich sind die Augen der Spiegel der Seele, sie offenbaren den seelischen Zustand und die gesundheitliche Verfassung. In Verbindung mit dem äußeren Bild ergibt sich ein Gesamteindruck, an dem sich die momentane Verfassung des Hundes ablesen lässt.

Hunde sind in der Lage, ihren schlechten Zustand sehr, sehr lange verborgen zu halten, aber wenn ihr Mensch gut auf die ersten sichtbaren Zeichen achtet, ist ein frühzeitiges Eingreifen oder Umschwenken die beste Methode, um Schlimmeres zu verhindern.

 

Was sind denn die wichtigsten Kriterien, auf die jeder Hundehalter achten sollte?

Wie schon erwähnt, sind die Augen ein ganz großartiger Parameter. In ihnen spiegelt sich die augenblickliche Stimmung wider. Viel Glanz, Klarheit und Aufmerksamkeit (Feuer) bedeuten natürlich, dass der Hund in bester Laune ist. Sind die Augen matt oder ist sogar ein Auge kleiner als das andere oder beide sind kleiner als normal, dann ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Das alles deutet auf eine schlechte Verfassung hin. Diese kann auf eine seelische Schieflage hindeuten, genauso gut kann aber auch eine beginnende Erkrankung die Ursache sein.

Dazu schauen wir uns genau den körperlichen Zustand an. Ist das Fell schön glänzend und fühlt sich gut an oder ist es stumpf und kraftlos? Hält der Hund den Kopf und die Rute meist gesenkt und sieht einfach müde aus, dann ist Vorsicht geboten. Spätestens jetzt muss der Sache auf den Grund gegangen werden.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an einen Bordercollie, der mit Biofertigfutter ernährt wurde. Die Familie hatte viel Geld in ein (vermeintlich) gutes Futter investiert, was sie mir ganz stolz berichteten. Natürlich war ich sehr gespannt darauf, den Hund kennenzulernen. Meine Enttäuschung war allerdings riesengroß, als ich den armen Kerl sah: Stumpfes, brüchiges Fell, kein Glanz, auch nicht in den Augen, ein Bild des Jammers. Als sie dann meinen Hund sahen, erkannten sie den Unterschied und haben dankbar meine Ratschläge umgesetzt, denn sie wollten doch wirklich nur das Beste für ihren Schatz. Ca. 1,5 Jahre später sah ich den Hund wieder, er war wie ausgewechselt, sein Fell und seine Augen glänzten, und er war einfach nur gut drauf. In diesem Fall hat eine einfache Ernährungsumstellung die Lösung gebracht. Meine Freude darüber war riesengroß.

Geht bitte in Zukunft mit offenen Augen durch die (Hunde-) Welt und achtet verstärkt auf die oben genannten Merkmale. Ihr werdet erstaunt sein, welche Unterschiede es bei den einzelnen Hunden gibt; ganz deutlich wird es z.B. bei Collies und Golden Retrievern. Auf diese Weise schärft ihr euren Blick sogar für die kleinsten Veränderungen bei eurem eigenen Hund.

 

Herzlichen Glückwunsch, denn nun könnt ihr euren Hund "lesen"!