Dominanz oder Alpha-Hund?

 

 

Vorab ein Zitat von Eric Zimen aus seinem Buch: "Der Wolf"

 

"So dürfte neben den Welpen kein Wolf im Rudel ein größeres Interesse an einer freundlich-kooperativen Stimmung haben, als der Alpha-Rüde. Entsprechend dieser Interessenlage ist kein Tier im Rudel mehr um eine freundliche Stimmung und den  Zusammenhalt im Rudel bemüht als der Alpha-Rüde. Er ist der wesentliche Entscheidungsträger, der Initiator, der Aufpasser und Beschützer gegen äußere Gefahren (...) den alles bestimmenden Leitwolf gibt es nicht"

 

 

Als Jugendliche bin auch ich mit meinem Hund zu einem Hundeplatz gegangen, habe ihm "Sitz", "Platz" usw. beigebracht, weil ich alles richtig machen wollte. Allerdings wurde mir sehr schnell klar, dass da etwas nicht stimmen kann.

Entgegen der damals landläufigen Meinung: "Ein Hund  muss parieren!" lernen meine Hunde ein friedliches Zusammenleben, in dem ich die Regeln vorgebe.

Von meinen Hunden erwarte ich nicht viel, sie brauchen keine Arbeiten zu verrichten, sie sind einfach "nur" Begleithunde.

Hunde mit "Beruf" müssen selbstverständlich richtig ausgebildet werden, und um Missverständnissen vorzubeugen: ich glaube nicht, dass diese deshalb unglücklicher sind als meine.

Es ist schon erstaunlich, was der Mensch aus dem Wolf züchterisch "herausgekitzelt" hat. Vom Schoßhündchen bis zum absoluten Spezialisten für bestimmte Aufgaben ist alles dabei, und jeder Mensch kann sich aus dieser Vielfalt die für ihn geeignete Rasse aussuchen.

In jeder Rasse, in beiden Geschlechtern gibt es immer Hunde, die ein s.g. dominantes Verhalten zeigen. Das bedeutet, sie sind souverän im Umgang mit Artgenossen und Menschen. Auf Grund ihrer starken Persönlichkeit wissen sie, wie sie sich durchsetzen können. Da ihre Führungsqualitäten sehr ausgeprägt sind, ist es für ihre Menschen nicht immer leicht, mit ihnen umzugehen. Diese Anlage kann schon im Welpenalter beobachtet werden.

Der Begriff Dominanz ist eine Frage der Definition: nicht Aggression oder körperliche Maßregelung und Unterdrückung macht Dominanz aus, sondern eine ruhige ausgeglichene Souveränität. Ein Rudel kann nur mit einem Rudelführer existieren, der diese Eigenschaften besitzt. Die logische Schlussfolgerung ist:

 

Als Rudelführer müssen wir uns folgende Eigenschaften aneignen:

Ruhe, Ausgeglichenheit und Souveränität.

 

Erst dann können wir die Position des Alphahundes einnehmen!