Basics

 

Zunächst ein wenig Theorie, aber ich verspreche dir, es wird nicht langweilig! Am besten fangen wir ganz von vorn an:

 

In der freien Wildbahn gehen die Wölfe ausschließlich aus Hunger auf die recht anstrengende Jagd. Um Erfolg zu haben, müssen sie alle ihre Sinne gebrauchen, legen dabei auch noch lange Wegstrecken zurück, und häufig genug gehen sie auch noch leer aus. Es ist also nicht gesichert, dass sie täglich Nahrung aufnehmen können. Haben sie Erfolg, schlingen sie die Beute regelrecht hinunter (Futterneider) und vergraben dann die Reste für später.

Unsere Hunde verbuddeln ihren Knochen auch gern im Garten, um ihn später in "garem" Zustand wieder hervorzuholen. Eine besondere Leckerei! Aber keine Angst, die spezielle Zusammensetzung des Magensaftes sorgt dafür, dass evtl. vorhandene Krankheitskeime unschädlich gemacht werden.

Das Verdauungssystem des Wolfes ist hauptsächlich auf die Verwertung von Fleisch ausgerichtet. Für pflanzliche Bestandteile sind spezielle Enzyme nötig, die er im Mageninhalt seiner Beutetiere (vorwiegend Pflanzenfresser) vorfindet, den er ausgesprochen gern verspeist.

Bei überwiegend gleichbleibendem Nahrungsangebot (in der freien Wildbahn sind das die dort vorkommenden Beutetiere, Insekten, und evtl. Pflanzen und Früchte), stellt der Körper die für die Aufspaltung der einzelnen Nahrungsbestandteile nötigen Enzyme zur Verfügung.

Nach über 10.000 Jahren der Domestizierung, in denen Hunde immer nur von den Abfällen ihrer Menschen gelebt haben, ist es klar, dass sich auch sein Verdauungssystem diesen neuen Umständen angepasst hat.

 

Wichtig:

Unser Hund braucht ein abwechslungsreiches Futter, damit ein breites Spektrum an Micronährstoffen zur Verfügung steht.

Die Futterzusammensetzung sollte seiner Herkunft entsprechen; sein Verdauungssystem ist genau diesem ursprünglichen Nahrungsangebot angepasst.

 

Dazu zwei extreme Beispiele:

Ein Chow-Chow wurde in China fast ausschließlich vegetarisch ernährt, da er selbst zu Nahrungszwecken gemästet wurde. Vertreter dieser Rasse haben Probleme, Eiweiß zu verdauen; eine Folge von einem zu hohen Eiweißanteil: Ekzeme.

Der Husky hingegen kommt aus den kälteren Regionen unserer Erde. Seine Hauptnahrung besteht dort aus tierischen Abfällen. Die Natur gibt nichts anderes her. Als Folge eines zu hohen Kohlenhydrat-Anteils ist häufig ein stumpfes, brüchiges Fell zu beobachten.

Für uns als Hundehalter bedeutet dies, dass für jede Rasse eine angepasste Ernährung nötig ist. Auch die verschiedenen Felllängen und -arten müssen berücksichtigt werden. Es leuchtet sicher jedem ein, dass ein Windhund nicht genau so gefüttert werden kann wie ein Bernhardiner.

Auch müssen bestimmte Situationen im Leben eines Hundes berücksichtigt werden. Tragende und säugende Hündinnen, Welpen, Leistungshunde, kranke und alte Hunde - sie alle benötigen eine individuelle Zusammensetzung.

In den letzten Jahrzehnten haben sich unsere Lebensbedingungen wie auch die unserer Haushunde drastisch verändert.

Während vor vielen Jahren noch Zwingerhaltung und ein Leben auf Bauernhöfen üblich waren, leben Hunde heute überwiegend in Gemeinschaft mit uns in der Wohnung. Das schränkt ihren Bewegungsradius dramatisch ein; frische Luft und Sonnenlicht fehlen auch. Jeder weiß, wie wichtig diese Faktoren für Gesundheit und Wohlbefinden sind.

Seit den Anfängen der Domestizierung des Wolfes mussten sich unsere Hunde mit den Nahrungsresten zufrieden geben. Mit dem Einzug von Fast food in die menschliche Ernährung begann auch die Zeit des Fertigfutters. Die Verlockung ist groß, ist es doch so bequem: schnell ist der Napf gefüllt, ein wenig Wasser dazu und fertig ist die Hundemahlzeit!

"Gesundheit pur" verspricht die Werbung für unseren Liebling. Ach ja, die Futtermittelindustrie liebt Hunde (ist aus dem Fernsehen zu erfahren!). Interessant ist, dass die Zahl der Tierarztpraxen parallel zum Fertigfutterverbrauch in unserem Lande sprunghaft angestiegen ist. "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt."

Stressfaktoren wie Elektrosmog, Lärm, Hausstaubmilben usw. sind auch zunehmend ein Problem unserer Haustiere. Wir selbst kommen schon kaum mehr ohne Nahrungsergänzungen aus, um den erhöhten Bedarf an Mineralien, Vitaminen und anderen Spurenelementen auszugleichen. Wie sollte es unserem besten Freund anders ergehen?

Unter den sogenannten Zivilisationskrankheiten leiden deshalb auch unsere Hunde und Katzen. Es ist daher von großer Wichtigkeit, ein Zusatzfuttermittel anzubieten, welches diesen Mangel ausgleicht und vom Körper problemlos aufgenommen und verarbeitet werden kann.

Dazu eignet sich z.B. Seealgenmehl in Verbindung mit verschiedenen Kräutern. Es enthält ein lebendiges Calcium, das der Körper wunderbar verwerten kann. Die rein pflanzliche Zusammensetzung garantiert eine optimale Verwertbarkeit und risikolose Ausschwemmung der Überschüsse.

Meine Erfahrung: In der Anfangsphase der Umstellung wird gern viel mehr gefressen als vorher. Es schmeckt ja auch so gut! Wichtiger ist aber, dass endlich lebendige Inhaltsstoffe angeboten werden, die der Körper dringend braucht.

Für mich ist es immer eine große Freude, in die erwartungsvollen Augen meines Hundes zu schauen: „Was gibt,s denn heute?“ Allein dafür lohnt sich doch der kleine Zusatzaufwand allemal.

Hat sich unser Hund erst an frisches Futter gewöhnt, kann es auch durchaus vorkommen, dass er die ein oder andere Mahlzeit ausfallen lässt. Also cool bleiben.

Ein Tipp: Den Futternapf spätestens nach 20 Minuten entfernen und die gefressene Menge als Maß für die nächste Mahlzeit nehmen. Wird der Napf sehr schnell sehr sauber ausgeschleckt, darf es das nächste Mal etwas mehr sein. Lässt der Hund aber noch etwas übrig, gibt es beim nächsten Mal eben weniger.

Das sollten Sie noch wissen:

Pankreassaft, das Sekret der Bauchspeicheldrüse, neutralisiert den anfangs sehr sauren Magenbrei rasch. Er enthält die wichtigsten Enzyme für die Verdauung von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten.

Bis zu einem Alter von drei bis vier Monaten bilden Welpen selbst noch sehr wenig stärkespaltende Enzyme. Kartoffeln, Reis, Nudeln etc. sollten in dieser Zeit also nicht zu viel gegeben werden. Fleisch ist jetzt die wichtigste Nahrung. Das darin enthaltene Eiweiß liefert wertvolle Bausteine für die Entwicklung.

Gerade die ersten Lebensmonate eines Hundes sind besonders wichtig. Hinsichtlich all der Zusatzstoffe in industriellem Welpenfutter ist die Formel „viel hilft viel“ unzutreffend. Im Gegenteil, es sollte nicht zu gehaltvoll gefüttert werden. Die Wolfswelpen bekommen in dieser Zeit auch nichts anderes zu fressen, als die erwachsenen Tiere.

Die Hauptenergielieferanten sind Proteine (Eiweiß), Kohlenhydrate und Fette. Für eine optimale Passage des Nahrungsbreis im Dickdarm sind schwerlösliche unverdauliche Futterbestandteile nötig, da der Füllungsdruck im Dickdarm für die Peristaltik (Muskelbewegung des Darms) von Bedeutung ist.

Darum gehört auch Gemüse und Kohlenhydrate auf den Speiseplan. Der Wolf und auch die Wildhunde nehmen alle diese Stoffe mit dem Mageninhalt ihrer Beutetiere auf.


Ein gesundes Futter sieht so aus:

 

  • wertvolle Rohstoffe

  • bedarfsgerechtes Verhältnis von Frischfleisch, Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis, und Gemüse

  • Öl z.B. kaltgepresstes Sesam- oder Sonnenblumenöl

  • Quark, Joghurt, Hüttenkäse

  • mal ein Ei oder Honig

  • schonende Verarbeitung